Ende Februar 2013 wurde am PSI der 6000. Patient mit einem Augentumor bestrahlt. Weltweit ist dies die höchste Anzahl an einer Protonenbestrahlungsanlage behandelten Augentumoren.
Die Protonentherapieanlage am PSI wird weiter ausgebaut. Das Bestrahlungsgerät Gantry 2 ist derzeit in der Testphase und wird nach Erhalt der klinischen Betriebsbewilligung Mitte 2013 für die Patientenbebehandlungen bereitstehen. Gantry 2 ist für die Behandlung von beweglichen Tumoren mit einer schnellen 3D-Scanning-Technik ausgerüstet. Damit kann in der Zukunft die Protonentherapie am PSI auch für die Bestrahlung spezieller Brust- und Lungentumoren eingesetzt werden. Die Protonentherapie am PSI wird somit ab Mitte 2013 über drei Behandlungsräume verfügen: Zwei Gantries für die Behandlung tief liegender Tumoren und einen Horizontalstrahl für die Behandlung von Augentumoren. Längerfristig können damit jährlich ca. 500 bis 600 Krebspatientinnen und -patienten von der hochpräzisen Bestrahlungstechnik am PSI profitieren.
Die Weiterentwicklung der Protonentherapieanlage ist Teil des Projekts PROSCAN, welches bisher vom Kanton Aargau mit 20 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds und von vielen weiteren (privaten) Donatoren insgesamt mit über 30 Millionen Franken unterstützt worden ist.
Weitere 20 Millionen Franken stellt der Kanton Zürich aus dem Lotteriefonds für die Realisierung der Gantry 3 zur Verfügung. Dieser zusätzliche Bestrahlungsplatz, welcher vergleichbar ist mit der Gantry 2, wird in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich und dem Universitätsspital Zürich gebaut und soll ab Mitte 2016 die klinische Forschung in der Protonentherapie am PSI weiter verstärken.
Bis Ende 2011 wurden rund 800 Patientinnen und Patienten an
der Gantry 1 bestrahlt. Davon waren rund 200 Kinder und Jugendliche. Die
Kleinkinder werden anästhesiert, damit sie während der Bestrahlung, welche
nur wenige Minuten dauert, genau positioniert bleiben. Für die Durchführung
der Bestrahlungen unter Narkose bei Kleinkindern besteht eine enge Zusammenarbeit
mit dem Kinderspital Zürich.
In
den Anlage OPTIS/OPTIS2 wurden bis Anfang März 2013 über 6000 Patientinnen und Patienten
mit einem Augentumor mit Protonen bestrahlt.
Die am PSI entwickelte
Technik mit dem parallelen Scanning-Verfahren ermöglicht eine einzigartige
Präzision bei der Behandlung von Krebstumoren mit Protonenstrahlen. Sie wird in dieser Art zurzeit weltweit nur am PSI angeboten.
Das umliegende
gesunde Gewebe wird bei Einsatz dieser Bestrahlungsmethode optimal geschont. Mit der Industrie bestehen Lizenzverträge, um die Scanning-Technik auch Kliniken und Spitälern zugänglich zu machen.
Die Auswahl der Patientinnen
und Patienten für die Protonentherapie erfolgt nach dem Gesichtspunkt
des medizinischen Zusatznutzens im Vergleich zu anderen Therapien. In diesem Sinne werden
gemeinsam mit Strahlentherapiezentren der Schweiz und mit Spitälern und Kliniken
im In- und Ausland Krebserkrankungen ausgewählt, bei denen die Protonentherapie ihre medizinischen Vorteile besonders nachhaltig ausweisen kann.
Die Behandlung folgender Indikationen
wird in der Schweiz am PSI durch die obligatorische
Krankenversicherung übernommen:
Um
eine Protonentherapie vorzubereiten und durchzuführen, benötigt das Ärzte-Team
des PSI unbedingt alle zur Verfügung stehenden medizinischen Informationen,
einschliesslich radiologischer Dokumentation. Ausserdem treten die Ärzte des PSI
mit den zuweisenden Ärzten und Ärztinnen in Kontakt, um einen
zuverlässigen Informationsaustausch und eine kontinuierliche Betreuung
der Patientinnen und Patienten vor und nach der Protonentherapie zu gewährleisten. Wenn
Sie mit dem Zentrum für Protonentherapie am PSI Kontakt aufnehmen
möchten, wenden Sie sich bitte an:
Paul Scherrer Institut
Zentrum für Protonentherapie
Sekretariat
CH - 5232 Villigen PSI
Tel.:
+41 (0)56 310 3524
Fax : +41 (0)56 310 3515
E-Mail: protonentherapie@psi.ch
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