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Updated:
03.05.2011
E-Mail: protonentherapie@psi.ch


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Aktuelles zur Protonentherapie am PSI

Die Protonentherapieanlage am PSI wird derzeit erweitert. Die Gebäudeerweiterung ermöglicht es, die Patientenvorbereitung für die Bestrahlungen zu optimieren und mehr Patienten den Zugang zu der PSI-Anlage zu ermöglichen. Der Betrieb des zusätzlichen Gebäudes wird Ende 2011 aufgenommen werden können.

Seit Oktober 2010 ist am PSI ein neuer Bestrahlungsplatz für die Behandlung von Augentumoren mit Protonenstrahlen in Betrieb. Die Anlage heisst OPTIS 2 und ist die modernste Einrichtung dieser Art weltweit. OPTIS 2 ist wie die Gantry 1, die für die Behandlung tief liegender Tumoren eingesetzt wird, an das kompakte supraleitende Protonen-Zyklotron COMET angeschlossen. OPTIS 2 ersetzt die bisherige OPTIS-Anlage, an der seit mehr als 25 Jahren rund 5500 Augentumoren behandelt wurden.

Ein weiteres Bestrahlungsgerät - Gantry 2 -, für die Behandlung von beweglichen Tumoren mit 3D-Scanning-Technik, ist derzeit in der Testphase und wird nach Erhalt der klinischen Betriebsbewilligung voraussichtlich Mitte 2012 für den Patientenbetrieb bereitstehen. Damit wird die Protonentherapie am PSI in Zukunft über drei Behandlungsräume verfügen, 2 Gantries (für die Behandlung tief liegender Tumoren) und einen Horizontalstrahl (für die Behandlung von Augentumoren), und es werden jährlich ca. 500 bis 600 Krebspatientinnen und -patienten von der hochpräzisen Bestrahlungstechnik am PSI profitieren können.

Die Weiterentwicklung der Protonentherapieanlage ist Teil des Projekts PROSCAN, welches vom Kanton Aargau mit 20 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds und von vielen weiteren (privaten) Donatoren bisher insgesamt mit über 30 Millionen Franken unterstützt worden ist. Dank dieser Unterstützung kann die Technik auch für die Bestrahlung beweglicher Tumoren weiterentwickelt werden, um in der Zukunft die Protonentherapie am PSI auch für Brust- und Lungentumoren anwenden zu können.

Eine dritte Gantry ist zusammen mit der Universität Zürich und dem Universitätsspital Zürich in Planung. Mit diesem zusätzlichen Bestrahlungsgerät könnte die klinische Forschung weiter verstärkt werden und es könnten mittelfristig jährlich weitere ca. 150 bis 200 Patientinnen und Patienten mit dieser hochpräzisen Bestrahlungstechnik behandelt werden. Die Finanzierung dafür ist noch nicht gesichert.

Bis Ende 2010 wurden über 700 Patientinnen und Patienten an der Gantry 1 bestrahlt. Davon waren rund 150 Kinder und Jugendliche. Die Kleinkinder werden anästhesiert, damit sie während der Bestrahlung, welche nur wenige Minuten dauert, genau positioniert bleiben. Für die Durchführung der Bestrahlungen unter Narkose bei Kleinkindern besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Kinderspital Zürich.

In der Anlage OPTIS wurden bis Ende 2010 rund 5500 Patientinnen und Patienten mit einem Augentumor mit Protonen bestrahlt.

Die am PSI entwickelte Technik mit dem parallelen Scanning-Verfahren ermöglicht eine einzigartige Präzision bei der Behandlung von Krebstumoren mit Protonenstrahlen. Sie wird in dieser Art zurzeit weltweit nur am PSI angeboten. Das umliegende gesunde Gewebe wird bei Einsatz dieser Bestrahlungsmethode optimal geschont. Mit der Industrie bestehen Lizenzverträge, um diese erfolgsversprechende Technik in Zukunft auch Kliniken und Spitälern zugänglich zu machen.

Die Auswahl der Patientinnen und Patienten für die Protonentherapie erfolgt nach dem Gesichtspunkt des medizinischen Zusatznutzens im Vergleich zu anderen Therapien. In diesem Sinne werden gemeinsam mit Strahlentherapiezentren der Schweiz und mit Spitälern und Kliniken im In- und Ausland Krebserkrankungen ausgewählt, bei denen die Protonentherapie ihre medizinischen Vorteile besonders nachhaltig ausweisen kann.

Die Behandlung folgender Indikationen wird in der Schweiz am PSI durch die obligatorische Krankenversicherung übernommen:

  • Intraokuläre Melanome (in der OPTIS-Anlage für die Behandlung von Augentumoren)
  • Meningiome (benigne und maligne), niedriggradige Gliome (Grad 1 und 2)
  • Tumoren im Bereich der Schädelbasis und im HNO-Bereich
  • Sarkome, Chordome und Chondrosarkome (Wirbelsäule / allgemein)
  • Tumoren bei Kleinkindern (inkl. Anästhesie), Kindern und Jugendlichen

Um eine Protonentherapie vorzubereiten und durchzuführen, benötigt das Ärzte-Team des PSI unbedingt alle zur Verfügung stehenden medizinischen Informationen, einschliesslich radiologischer Dokumentation. Ausserdem treten die Ärzte des PSI mit den zuweisenden Ärzten und Ärztinnen in Kontakt, um einen zuverlässigen Informationsaustausch und eine kontinuierliche Betreuung der Patientinnen und Patienten vor und nach der Protonentherapie zu gewährleisten. Wenn Sie mit dem Zentrum für Protonentherapie am PSI Kontakt aufnehmen möchten, wenden Sie sich bitte an:

Paul Scherrer Institut
Zentrum für Protonentherapie
Sekretariat
CH - 5232 Villigen PSI

Tel.: +41 (0)56 310 3524
Fax : +41 (0)56 310 3515
E-Mail: protonentherapie@psi.ch

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