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Updated:
03.05.2011
E-Mail: protonentherapie@psi.ch


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Forschung und Entwicklung

Die am PSI entwickelte Spot-Scanning-Technik besitzt noch ein beträchtliches Verbesserungspotential. Deshalb wird parallel zur Erweiterung der medizinisch genutzten Protonentherapie-Einrichtungen auch die Gantry-Technik und die Technik der Strahlführung und -applikation weiter optimiert. Vorgesehen ist insbesondere die Erhöhung der Scanning-Geschwindigkeit, um die große Empfindlichkeit des dynamischen Strahls gegenüber Organbewegungen während des Scannings, wie z.B. durch Atmung, zu reduzieren. Das Zielvolumen, d.h. Tumor plus Sicherheitssaum, wird mit dem gegenwärtigen System nur einmal pro Bestrahlungsfraktion abgetastet. Wegen dieser technischen Einschränkung können wir heute nur gut fixierte, nicht bewegliche Tumoren im Kopf - und Halsbereich, im Bereich der Wirbelsäule und im Beckenbereich optimal behandeln. Für eine Erweiterung der medizinischen Indikationen auf andere Körperregionen (z.B. Lungen- und Mammakarzinome) soll das gesamte Zielvolumen 5-50 Mal schneller und wiederholt abgescannt werden können (bei gleichbleibender Bestrahlungsdauer).

Gantry2; copyright@PSI

Die neue Gantry 2 hat zudem eine zweite, zusätzliche magnetischen Achse (innerhalb und senkrecht zum Spalt des 90° Magneten). Eine weitere Steigerung der Effizienz wird durch Steuerung der Intensität des Strahles direkt mit der Ionenquelle bzw. einer vertikalen Ablenkplatte im neuen Beschleuniger COMET erzielt. Die Präzision der Dosisabgabe im Tumor wird noch erhöht, indem in der neuen PROSCAN-Anlage die Energie des Strahles mit dem Degrader sehr schnell variiert werden kann; dies erfordert eine dynamische Strahlführung (mit lamellierten Magneten). Die Strahltests haben gezeigt, dass ein Tumorvolumen von einem halben Liter mit der neuen Technik in weniger als 10 Sekunden einmal dreidimensional abgescannt werden kann.

Der Design der neuen Gantry 2 ermöglicht, dass die Tumorbestrahlungen von fast allen Richtungen erfolgen können; dies ist vom klinischen Betrieb sehr erwünscht. Während der Behandlung ist zudem jederzeit ein freier Zugang zum Patienten gewährleistet (fester Boden um den Patiententisch herum).

Das Ziel aller dieser Entwicklungen ist, die Bestrahlungspräzision auch bei beweglichen Tumoren optimal zu gewährleisten und die Einsatzfähigkeit der PSI-Spot-Scanning-Methode so zu erhöhen, dass die bisher weltweit eingesetzte passive Streufolientechnik und die dafür notwendigen riesigen Gantries von 10-12 m Durchmesser überflüssig werden.