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Updated:
27.04.2012
E-Mail: protonentherapie@psi.ch


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Krebstumorbehandlung mit Strahlentherapie

Jede dritte Person erkrankt heute in Europa im Laufe ihres Lebens an einem malignen Tumor, und etwa jeder fünfte Mensch stirbt an Krebs. Die Krebsüberlebensrate beträgt zur Zeit etwa 45 Prozent. Dabei wird Heilung bei ca. 22 Prozent der Patientinnen und Patienten durch einen chirurgischen Eingriff erzielt. Ca. 12 Prozent verdanken ihre Heilung der Strahlentherapie und 6 Prozent einer Kombination von Chirurgie und Strahlentherapie. Bei weiteren 5 Prozent der Tumorpatienten wird Heilung durch Chemotherapie erzielt.

Ca. 70 Prozent der Patientinnen und Patienten hatten zum Diagnosezeitpunkt keine nachweisbaren Metastasen gebildet. Sie benötigen in der Regel eine lokalregionale Behandlung durch Chirurgie und/oder Strahlentherapie. Die lokale Tumorkontrolle, d.h. das Stoppen des Wachstums der Primärtumoren ist Voraussetzung für die Heilung der tumorkranken Menschen. Leider stirbt auch heute noch jeder sechste Patient dadurch, dass der Primärtumor nicht kontrolliert werden kann und sich danach Metastasen bilden, sonst könnte die Heilungsrate um ca. 15 Prozent auf 60 Prozent verbessert werden.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat die Heilungsrate in der Strahlentherapie stark zugenommen, lag sie doch in den 60er Jahren noch bei knapp 30 Prozent. Höhere Tumorkontrollraten wurden primär dadurch erzielt, dass höhere Strahlendosen auf kleinere Behandlungsvolumina angewendet werden konnten.

In der Schweiz existieren 16 radioonkologische Therapiezentren, davon 5 an Universitätskliniken, die mit modernsten konventionellen Strahlentherapiegeräten ausgerüstet sind. Pro Jahr werden in diesen Zentren heute rund 18'000 Krebspatientinnen und -patienten mit Strahlentherapie behandelt.

Die Fortschritte in der Radioonkologie basieren primär auf technisch-physikalischen Weiterentwicklungen (verbesserte Dosisverteilung innerhalb der zu bestrahlenden Region), auf neuen radiobiologischen Erkenntnissen und auf einer besseren Vorhersehbarkeit des Verhaltens von Tumor und umgebendem Gewebe bei der Bestrahlung individueller Patientinnen und Patienten.

Seit über 60 Jahren ist die gute Wirkung von Protonenstrahlen zur Tumorkontrolle bekannt. Patientenbehandlungen mit Protonen wurden vorwiegend in physikalisch-technischen Forschungszentren durchgeführt. Das PSI hat in Europa eine Pionierrolle übernommen: Schon seit 1984 werden am Institut Protonenstrahlen für die Behandlung von Krebstumoren eingesetzt. Bis Ende 2011 wurden in Zusammenarbeit mit dem Hôpital Opthalmique der Universität Lausanne am PSI mehr als 5700 Patientinnen und Patienten mit Augentumoren erfolgreich behandelt. Kein anderes Zentrum weltweit hat so grosse Erfahrung bei der Behandlung dieser Tumorart mit Protonenstrahlen.

Weltweit rund 80'000 tumorkranke Menschen wurden bisher mit Protonen bestrahlt. Es hat sich gezeigt, dass diese Therapieform ein beträchtliches Potential beinhaltet, um eine weitere Verbesserung der Tumorkontrolle bei gleichzeitiger Begrenzung von Nebenwirkungen zu erzielen und so die Heilungsraten von Krebspatientinnen und -patienten zu erhöhen.

Die Kosten für eine Protonentherapie sind heute noch 2 bis 2,5 Mal höher als diejenigen für eine moderne konventionelle Strahlentherapie mit Photonen. Deshalb soll die Protonentherapie dort eingesetzt werden, wo der höhere klinische Nutzen (höhere Tumorkontrollrate und/oder geringere Kurz- oder Langzeit-Nebenwirkungen) die deutlich höheren Kosten rechtfertigt.