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Updated:
27.04.2012
E-Mail: protonentherapie@psi.ch


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Protonen und ihre besonderen Eigenschaften für die Strahlentherapie


Protonen sind neben den Neutronen Teilchen des Atomkerns. Das leichteste chemische Element, das wir in der Natur kennen, ist der Wasserstoff. Der Kern des Wasserstoffatoms besteht aus einem einzelnen Proton. Protonen sind geladene Teilchen und sie können deshalb in elektrischen Feldern beschleunigt und mit Magneten präzise gelenkt werden. Vergleichbar ist diese Ablenkung mit den Elektronen bei einem Fernsehapparat: Dort werden die Elektronen, welche eine negative Ladung haben, durch rasch wechselnde Felder auf den Bildschirm gelenkt, wodurch das Fernsehbild entsteht.

Die Wirkung der Strahlentherapie beruht auf der Ionisation von Gewebemolekülen. Die ionisierende Wirkung führt zu einer Schädigung des Zellkerns, der Kernmembran und anderer Zellenbestandteile, was schlussendlich zu einer Störung des Zellenwachstums führt. Die Zellteilung wird unterbrochen oder die Zellen sterben ab. Ca. 2/3 der Schädigungen der Zellen wird durch freie Radikale verursacht, welche durch die ionisierende Wirkung der Strahlung entstehen. Durch den Eintrag von molekularem Sauerstoff reagieren freie Radikale wesentlich intensiver mit der Umgebung (Peroxid-Bildung). Die Sauerstoffversorgung von Tumoren und damit die Tumordurchblutung ist deshalb ein wichtiger Faktor für deren Strahlenempfindlichkeit.

Protonen haben im Vergleich zu den in der konventionellen Strahlentherapie verwendeten Photonen besondere Eigenschaften. Sie geben ihre maximale Dosis, die für die Zerstörung der Tumorzellen verantwortlich ist, am Ende ihrer Bahn ab, d.h. dort, wo sie stoppen (sogenannte Bragg-Spitze). Die Geschwindigkeit (Energie) wird so gewählt, dass die Protonen genau am voraus berechneten Ort im Tumorgewebe stoppen. Hinter dem Tumor, im gesunden Gewebe, wird keine Dosis abgegeben. Vor dem Tumor beträgt die Dosis deutlich weniger als bei Photonen. Deshalb wird das gesunde Gewebe bei der Strahlentherapie mit Protonen optimal geschont. Vorteile sind geringere Nebenwirkungen und die Möglichkeit, im Tumorvolumen deutlich höhere Strahlendosen zu plazieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Tumorwachstum dadurch gestoppt werden kann, wird deutlich grösser und das Entstehen von Sekundärtumoren wird verringert. Die Protonentherapie eignet sich deshalb vor allem bei Tumoren in der Nähe von strahlenempfindlichen Organen und Körperteilen und für jüngere Patientinnen und Patienten wird die Wahrscheinlichkeit kleiner, dass sie später an einem durch die Strahlentherapie mitausgelösten Sekundärtumor erkranken.

Dank der Möglichkeit, die Protonen mit Magneten zielgenau zu lenken, können mit ausgefeilten Techniken Tumoren dreidimensional abgescannt und mit der vorausberechneten Dosis behandelt werden.

Das PSI hat eine neuartige Therapiemethode erarbeitet - die Spot-Scanning-Technik. Sie bietet im Vergleich zu anderen Strahlentherapie-Methoden besondere Vorteile, indem sie das den Tumor umgebende gesunde Gewebe ganz besonders gut schohnt.